Was bisher geschah: Im Teil 1 sind Sie durch das Wildwasserwissen fit in Ihrer Schreibvorbereitung geworden. Mit den Strategien aus Teil 2 haben Sie die Nervosität vor dem Start am Schreibtisch in den Griff bekommen. Und seit Teil 3 wissen Sie, was Sie in der Leserführung von erfahrenen Kajakern lernen können.

Und? Halten Sie sich als Autor nun schon für perfekt? Hoffentlich nicht. Denn wer glaubt, perfekt zu sein, hört auf, besser zu werden. Kajakern kann das nicht passieren …

Gut oder nass

Im Boot ist das Wasser Ihr zuverlässigster Feedback-Geber. Es teilt Ihnen umgehend mit, ob Ihr letzter Paddelschlag, Ihr letztes Aufkanten mit dem Boot, Ihre letzte Oberkörperrotation gekonnt war. Wenn nicht, kippen Sie um. Sie treiben kopfunter im Fluss. Und wenn dann auch noch das Wieder-Aufrichten, also die Eskimorolle, nicht klappt, müssen Sie aussteigen und ans Ufer schwimmen. Und darauf hoffen, dass Ihre lieben Mitpaddler Ihnen Ihr Boot retten.

Die erklären Ihnen hinterher auch gerne, ausführlich und mit einem spöttischen Grinsen, was Sie falsch gemacht haben und wie Sie es beim nächsten Mal besser machen. Im ersten Moment werden Sie beide hassen: das Wasser wie Ihre Mitpaddler. Denn die Rückmeldung, dass Sie eine miese Leistung abgeliefert haben, ist nie angenehm. Doch ab dem zweiten Moment werden Sie sie lieben, denn sie ermöglichen es Ihnen zu lernen und von Mal zu Mal besser zu werden.

Doch wer sagt Ihnen als Autor, wenn Sie in Ihrem Text Mist gebaut haben? Wenn Sie zu langatmig geschrieben haben? Oder zu unkonkret? Oder verschwurbelt? Wenn Sie die Dramaturgie nicht beachtet oder in der Leserführung geschlampt haben? Wenn Sie eine Metapher überstrapazierenoder gar kein Kopfkino auslösen? 

Trocken und arm

So gesehen sind Sie als Autor arm dran: Sie kriegen es womöglich gar nicht mit, wenn Sie mit Ihrem Text gerade baden gehen. Ja, Sie bleiben trocken – Sie können aber auch nichts daraus lernen.

Deshalb empfehle ich Ihnen als Wildwasserfahrerin und als Schreiberin: Holen Sie sich aktiv Feedback zu Ihrem Konzept und zu Ihrem Text. Selbst wenn es Überwindung kostet und auch manchmal weh tut: Die Qualität Ihrer Texte wird dadurch erheblich gewinnen.

Wir vom Teamwriting bei Gorus arbeiten auch nicht anders. Wir sind alle miteinander Voll-Profis in Konzeption, Titelentwicklung und Schreiben. Und doch geht bei uns kein Werkstück an unsere Klienten, ohne dass wir vorher die Rückmeldung eines Kollegen dazu eingeholt und eingearbeitet haben. Nur so sichern wir unseren Anspruch auf höchste Qualität mit Bestseller-Potential ab.

Ich möchte Ihnen übrigens noch etwas empfehlen: Wählen Sie den Menschen gut aus, den Sie um Rückmeldung bitten.

Trau, schau, wem

Ihr Feedbackgeber sollte Ihnen so gewogen sein, dass er Ihnen wertschätzend und doch ehrlich seinen Eindruck schildert. Ein Lobhudler tut vielleicht Ihrer Autorenseele gut, doch er bringt Sie keinen Meter weiter. 

Sicher ist es auch gut, wenn er oder sie etwas von der Sache versteht. Je besser das Feedback ist, das Sie sich holen, desto schneller werden Sie lernen. Oder würden Sie sich von einem Paddel-Anfänger erklären lassen, wie Sie die ganz großen Wellen beim nächsten Mal besser fahren?

Deshalb kann sich ein professionelles Schreib-Coaching durchaus lohnen: Sie sparen viel Zeit und Nerven, wenn Sie anhand von gezielten Hinweisen und individuellen Tipps Ihre Schreibkompetenz in kurzer Zeit erhöhen – und immer besser selbst über die höchsten Textwellen tanzen. 

Halten Sie sich deshalb nie für perfekt . Riskieren Sie lieber, auch mal nass zu werden. Unter Paddlern heißt es: Wer nie schwimmt, ist nie an seine Grenzen gegangen. Trauen Sie sich und Sie werden mit jedem Mal besser. Erschwimmen Sie sich den Schreiberfolg!

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